Informationstechnologie für Afrika
By:Tobias Vogel
Published on 2009-07-27 by GRIN Verlag


Bachelorarbeit aus dem Jahr 2008 im Fachbereich Informatik - Software, Note: 2.25, , Sprache: Deutsch, Abstract: Wir leben in einer Welt mit einer tiefen Kluft zwischen Arm und Reich. In den reichen Ländern erlebt die IT ein anhaltendes Wachstum, in den armen Ländern, namentlich in Afrika, fehlt sie noch weitgehend. Um den Menschen in der Dritten Welt den Anschluss an das Computer-Zeitalter zu ermöglichen, wurde das Projekt |One Laptop per Child| (OLPC) und der ClassmatePC entwickelt. Einzelne Organisationen liefern ausgediente PCs aus der ersten in die Dritte Welt. Diese Projekte haben aber bis heute keinen Durchbruch erzielt. Afrika hat den Anschluss an das IT-Zeitalter noch nicht gefunden. Während in Europa jeder zweite Einwohner über einen Internetanschluss verfügt, ist es in Afrika nicht einmal jeder 25. Computergeräte finden sich in Afrika erst in der staatlichen Verwaltung und in den Universitäten, nicht aber oder nur ausnahmsweise in Privatbesitz. Angefragte Hilfswerke betonen zwar die Wichtigkeit von Grundbildung und Berufsausbildung, halten aber die Vermittlung von IT-Kenntnissen und die Ausstattung von Schulen in der Dritten Welt mit Computergeräten nicht für prioritär. Für die |Computerisierung| der Entwicklungsländer Afrikas fehlt zur Zeit die nötige Infrastruktur: Elektrizitäts- und Telefonnetze sind vielerorts nicht verfügbar oder mit grossen Mängeln behaftet. Die oben erwähnten OLPC und ClassmatePC entsprechen den Vorstellungen der Industrienationen und weisen gegenüber herkömmlichen Secondhand-PCs keine überzeigenden Vorteile für die Dritte Welt auf. Zudem fehlt es vollständig an Konzepten zur Entsorgung ausgedienter Computer. Zusammenfassend fragt sich, ob Afrika |von aussen her| mit IT versorgt werden soll. Solange die Menschen in Afrika nicht einmal ihre Grundbedürfnisse decken können, fehlt auch die Nachfrage nach Informationstechnologie. Soweit Hilfswerke Schulen mit Computern ausrüsten wollen, stehen genügend ausgediente, aber noch voll funktionstüchtige PCs aus der ersten Welt zur Verfügung. Afrika ist noch nicht bereit - |Africa is not yet ready|, sagt Gideon H. Chonia, ein Ghanese, der jahrelang sein Heimatland mit Secondhand-Computern aus der Schweiz beliefert hat.
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